Filzen - eine alte Kulturtechnik

Filzen gehört vermutlich zu den ältesten Formen der Wollverarbeitung. Über die Entstehung der Handwerkstechik gibt es unterschiedliche Geschichten. Eine davon geht bis auf die biblische Erzählung über die „Arche Noah“ zurück. Fachleute gehen davon aus, dass die Filztechnik vor mehreren tausend Jahren von den Nomandenvölkern Zentralasiens entdeckt wurde.
Jahrhunderte später fand das Handwerk auch in Europa Verbreitung. Allerdings geriet es dann lange Zeit in Vergessenheit. Erst in den letzten Jahren wurde das Filzen von vielen Menschen wieder entdeckt – und es wird immer beliebter.

So entsteht Filz

Filz lässt sich mit einfachen Mitteln ohne großen technischen Aufwand herstellen. Die traditionelle Art des Filzens ist das Nassfilzen. Benötigt wird dazu lediglich Wolle und heiße Seifenlauge, die wird über die ausgelegten Wollfasern gesprengt wird.
Wenn Wolle nass wird, öffnet sich die Schuppenschicht an der Oberfläche der Faser, die Lauge lässt die Wollfasern zusätzlich quellen. Mit der Hand wird das ausgelegte Werkstück gerieben oder bewegt. Durch die Bewegung und den  dabei ausgeübten Druck werden die geöffneten Schuppen der Wollfasern ineinander geschoben. Sie verhaken sich, die Wolle verfilzt, ein fester Stoff entsteht, der dann weiterbearbeitet werden kann.
Wenn verschieden farbige Wollfasern gemischt werden, verbinden sich zwar die Wollfäden, die einzelnen Farben bleiben jedoch sichtbar. Dadurch lassen sich fantasievoll wunderschöne mehrfarbige Gegenstände kreieren.
Allerdings muss man dabei berücksichtigen, dass je nach Wollsorte ein Filzstück zwischen 30 und 60 Prozent schrumpft – wer einmal einen Pullover zu heiß in der Waschmaschine gewaschen hat, kennt diesen Effekt.

Bei dem so genanten Trockenfilzen wird die trockene Wolle mit Hilfe spezieller Nadeln in Form gebracht. Verbunden werden die Wollfasern bei dieser Methode durch die Widerhaken der Nadeln, mit der man immer wieder in die Filzwolle sticht.

Filz – ein Material mit vielen Eigenschaften

Kein Wunder, dass die Hirtenvölker Filz schätzten und aus der Wolle ihrer Tiere neben Kleidung auch Teppiche oder Zelte daraus herstellten. Filz ist robust, temperaturausgleichend, feuchtigkeitsabweisend und kann das Raumklima verbessern. Außerdem lässt sich Filz passgenau zugeschneiden und ist nicht brennbar. Nicht zuletzt ist Wolle als nachwachsender Rohstoff auch ökologisch wertvoll.
Aus kunsthandwerklicher Sicht ist Filz ein vielseitiges Material, aus dem von Gebrauchsgegenständen bis zu Kunst nahezu alles hergestellt werden kann.

So pflege ich Filzobjekte

Kleidung oder andere Gegenstände aus Filz können vorsichtig per Hand mit Wollwaschmittel gewaschen werden. Allerdings darf das Wasser nicht mehr als handwarm sein, sonst können sie nochmals schrumpfen. Außerdem verliert nasser Filz die Form. Das heißt, Tiere, Blumen und andere ausgeformten Objekte müssen vor dem Trocknen wieder in die ursprüngliche Form gebracht werden.



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